WIRODIVE Tauchreisen und Tauchsafaris
SharkSchool™ - Reisebericht
Bahamas, Tigerbeach mit der Dolphin Dream und Scharkshool mit Erich Ritter sowie Alternativprogramm
Anja Wagner, 27.02.-05.03.2010
Am 27.02.2010 hat er begonnen, mein 3,5 Monate lange dauernder Trip. Mein Reiseveranstalter hat "Weltreise" auf das Paket meiner Reiseunterlagen geschrieben. Das halte ich für etwas übertrieben, aber ich werde in der nächsten Zeit durch insgesamt 12 Länder reisen.
Am 27.02. bin ich von Zuhause, San Jose in Costa Rica, losgeflogen mit dem Ziel West Palm Beach, Florida USA. Am Abend haben ich und insgesamt 10 andere Gäste auf der Dolphin Dream eingecheckt. Schon bei der Ankunft haben wir gedacht, wir sind im falschen Film, die Außentemperaturen lagen bei ca. 15° Celsius! Und das in Südflorida im März - unglaublich. Eine Kälteperiode, die es dort seit 30 Jahren nicht gegeben hat. So mussten wir den ersten Tag im Hafen bleiben, bei einer einwöchigen Safari mit 5,5 Tauchtagen schon mal ein Ausfall von fast 20% - ein harten Schlag. In der Nacht dann konnten wir rausfahren, die Wellen 2-3 Meter bescherten uns eine schaukelige Überfahrt, die ich nur vom Pazifik her kannte. Dann die Bahama Banks - Tigerbeach, Sonnenschein und ca. 17° Grad, also ab ins Wasser. Schon bei der Ankunft waren in dem ca. 6 m tiefen Wasser die großen Zitronenhaie gut zu erkennen. Unterwasser war das ganze natürlich noch beeindruckender, da diese Haie überhaupt keine Berührungsängste haben und mit bis zu 3 m auch richtig groß sind. Die Sicht ist mit ca. 15 m nicht schlecht, das Wasser hat 23°. Nach einer Weile kommt tatsächlich ein Tigerhai, ein junges Weibchen - mein erster Tiger! Superklasse, denn, wie sich später herausstellen sollte auch mein letzter für die nächste Zeit. Die Haie wurden mit Chumm angefüttert aber während der Tauchgänge wird nicht weiter gefüttert. Ich bekam schnell "Freundinnen", die meisten Zitronen waren Weibchen, man konnte sie relativ schnell identifizieren.
Wieder zurück an der Tigerbeach ein erneuter Tauchgang mit den großen Zitronenhaien. Durch die aufgekommene Strömung, ein etwas anderes Unterfangen. Wenn man versuchte die Position zu halten und fast auf dem Bauch lang kamen die Haie noch viel näher, richtete man sich auf, wurde man abgetrieben - richtig Arbeit. Die Taucher waren nervöser, so dann auch die Haie, das war merklich.
Dann stieg das Adrenalin noch weiter, ein Nachttauchgang! Dieser war allerdings viel entspannter als erwartet. Die Haie hatten Platz, es waren nur 7 Taucher im Wasser. Die Flutlichtanlage des Bootes machte eine eigene Lampe überflüssig.
Am nächsten Tag arbeiteten Robert, unser Reiseleiter von WiroDive, und Erich einen Alternativplan aus, der allerdings nur bei der Hälfte der Teilnehmer gut ankam. Nach einigem Überlegen entschloss sich dann ein Trupp von 6 Personen nach Crystal Springs zu fahren. Alles wurde vorab organisiert. Wir holten morgens unseren Mietwagen ab, fuhren die ca. 350 km nach Norden und waren gegen 13:00 Uhr in der Tauchbasis. Eine weitere halbe Stunde später dann am Rainbow River zum Flusstauchen. Wir zogen uns am Auto um und schafften alle Ausrüstung auf ein Boot, dass uns ca. 3 km Flussaufwärts fuhr. Kormorane trockneten auf den überhängenden Ästen Ihre vom tauchen nassen Flügel.
Am Einstieg angekommen glitten wir sanft ins Wasser und genossen die kristallklare Sicht. Der Fluss war bekannt für seine Schnabelhechte und Schnappschildkröten. Neben weiten Seegraswiesen gab es immer wieder kleine Sandflächen und Einschnitte im Grund aus denen, mehr oder weniger stark, Süßwasser aus der Erde kam. Die Quellen sind der Grund für das klare Wasser. Die Strömung war mäßig, so dass genug Zeit zum verweilen blieb. Große Barsche standen in Ufernähe im Schilfrohr, Kormorane tauchten nach Futter und die Schildkröten waren sehr scheu. Die meisten Tiere waren fast zutraulich, die Schnabelhechte drehten regelrecht Runden um uns herum - fantastisch. Nach eineinhalb Stunden blickte mein Buddy auf die Uhr und signalisierte mir, dass der Park in einer halben Stunde schließt! Jetzt aber schnell, was uns eigentlich nicht recht war, denn es gab noch so viel zu sehen. Die Bootsstege der Privathäuser am Ufer booten Unterschlupf für die Jäger wie auch die Gejagten, wir hätten noch Stunden bleiben können aber wie immer, war "Die Wagner" mal wieder die Letzte.
Als wir aus dem Wasser kamen wurden wir wieder daran erinnert, warum wir hier waren, es war unangenehm kalt und um diese Uhrzeit hatte es kaum mehr Sonne die vorher gewärmt hatte.
Um 08:30 Uhr legten wir mit so einem kleinen Flusskahn wie am Vortag ab und fuhren ca. 15 Minuten durch die Kanäle. Überall Privathäuser, Entschuldigung, -villen. Wir erfuhren, dass auch John Travolta ein Haus dort hatte. Schon auf dem Weg zu den Quellen immer wieder Manatees, groß, dick und gemütlich, häufig Mutter mit Kind. Der Kapitän informierte uns, dass es sich derzeit um ca. 500 Tiere handelt. Es waren so viele, weil es in Florida so kalt war - unser Glück. Der Eingang zu den Quellen war eng und es lagen bereits zwei Boote mit ca. 20 Personen davor. Ich versuchte als Erste durch den engen Durchgang zu schnorcheln, was mir zunächst nicht gelang, da mir ständig die dicken Dinger entgegenkamen. Behäbig mit kleinen Knopfaugen haben sie keine natürliche Verteidigung außer Flucht und so wurden wir von den Aufpassern in Kanus ständig zurechtgewiesen uns so und nicht anders zu verhalten. Die Sicht war leider nicht ansatzweise so klar wie erwartet und üblich, aber bei der großen Anzahl der Manatees nicht zu vermeiden. Unsere Fotografen machten trotzdem tolle Fotos und ich genoss die Nähe eines total schrumpeligen Jungtieres, das sich gerne kraulen ließ. Alles in Allem ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Nicht mehr so angenehm war das Verlassen des 23° warmen Wassers in eine Lufttemperatur von ca. 15°! Die Rückfahrt wurde zu einer gemeinsamen Zitterpartie und jeder versuchte einen Platz in der Sonne zu ergattern. Wieder im Hotel füllten wir beide Trockner mit unseren Tauchanzügen, schließlich gingen am nächsten Vormittag unsere Flieger. In der Zwischenzeit gingen wir zu MC D. - ich konnte leider meine Mitreisenden nicht davon abhalten.
Am späteren Abend packten wir noch Koffer, morgens brachte uns das Taxi an den Flughafen und wir verabschiedeten uns, da ich die Einzige auf dem Flug über Atlanta nach Frankfurt war.
Von dem Besitzer der Dolphin Dream, unserem Reiseveranstalter WiroDive und Erich Ritter wurde uns angeboten, die Safari im Dezember zu wiederholen. Ich habe das Angebot sofort angenommen.
Reisebericht von Anja Wagner. Photos: Robert Wilpernig







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