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Reisebericht Schottland 2023

Schottland – Where Highlands & Islands Meet

Von Kirsten Clahr, August 2023. Fotos: Kirsten Clahr und Beo Brockhausen

Er duftet nach Meersalz und torfiger Rauchigkeit und ist dennoch fruchtig und süß. Die Beschreibung eines guten schottischen Whiskys trifft ebenso auf den rauen Charme des Landes zu. Der ständige Wechsel der Wolken am Himmel, die wellenumtoste Küste, dramatische Landschaften, prächtige Schlösser und Burgen, von der Natur verwöhnte Inseln und spannende Tierbegegnungen versorgen Reisende und Fotografen mit Abenteuern und unzähligen Fotomotiven.

Dort, wo Hochland und Inseln aufeinander treffen, befindet sich das quirlige Küstenstädtchen Oban, das Tor zu den Hebrideninseln. Ständig verlassen und erreichen Fähren den Anleger am Hafen und transportieren Besucher auf die Inseln Mull, Islay, Jura, Tiree oder Coll. Auch für unsere Wirodive-Gruppenreise ist Oban der Ausgangspunkt für unsere Wildlife-Woche auf der Insel Coll. Von Glasgow aus wurden wir in 2,5 Stunden durch grüne Hügellandschaften und vorbei an zahlreichen Lochs (so heißen im Hochland sowohl Süßwasserseen als auch Meeresarme) nach Oban transferiert. Nach einem fröhlichen ersten Abend in der erstklassigen Whisky Bar unseres Hotels und einer daher recht kurzen Nacht sitzen wir alle pünktlich um kurz nach 6 Uhr auf der Fähre, die uns in 2 ¾ Stunden durch den Sund von Mull auf die kleine schroffe Felsinsel Coll befördert.

„Fàilte gu Àrigh nan Gobhar“ – dieser gälische Zungenbrecher bedeutet nichts anderes als „Willkommen in Arinagour“, dem einzigen Ort auf der Insel. Bei Ankunft am Pier erwartet uns bereits die Crew von Basking Shark Scotland. Mit unserem Partner vor Ort wollen wir in den kommenden Tagen die Gewässer rund um Coll erkunden und hoffen natürlich auf DIE Begegnung mit dem zweitgrößten Fisch im Meer dem Riesenhai.
Der Gigant ernährt sich von Plankton, das es in den Sommermonaten vor den Inseln reichlich geben soll. Der Planktonfiltrierer wird 10-12 Meter lang und bis zu 8 Tonnen schwer. Mit weit aufgerissenem Maul durchkreuzt er die schottischen Gewässer und filtert bis zu 2000 Tonnen Meerwasser pro Stunde, um das Plankton aufzunehmen.

An unserem Ankunftstag macht das schottische Wetter allerdings seinem Ruf alle Ehre. 30 Knoten Wind machen eine Bootsausfahrt unmöglich. Und so erkunden wir auf einer kleinen Tour zunächst einmal die Insel und machen Bekanntschaft mit den Bewohnern, die hier in der Überzahl sind: Schafe und zottelige Hochlandkühe.

Unsere Gruppe ist im gemütlichen Gästehaus Tigh na Mara untergebracht und wird von der Gastgeberin Paula herzlich empfangen. Paula versorgt uns nicht nur mit einem üppigen Frühstück, sondern auch Lunchpakete für unsere Tagestouren auf dem Meer können wir am Abend bei ihr vorbestellen.

Blick vom Tigh na Mara Gästehaus

Jeden Morgen treffen wir am Pier mit unserem Skipper Shane und dem Naturguide Ben zusammen und starten unsere Ausfahrt im kleinen schneidigen Schnellboot der Basking Shark Scotland. Es gibt ausreichend Platz im überdachten Innenraum als auch auf dem hinteren Deck und für Notfälle ist sogar eine Ökotoilette vorhanden. Wir cruisen über den Atlantik und suchen die Oberfläche des Meeres nach Besonderheiten ab. Diverse Seevögel und Delfine sind täglich zu finden. Robben stecken immer wieder ihre Köpfe aus dem Wasser und an einigen Tagen erleben wir sogar Minkwale, die sich hungrig in Fischschwärme stürzen.

Im Frühjahr und Sommer brüten zahlreiche Seevögel auf den Inseln, darunter sogar die Stars eine Vogelbeobachtungstour: die bunten Papageitaucher. Und obwohl Ende Juli die Brutsaison so gut wie vorbei ist, treffen wir noch einige der possierlichen Alkenvögel auf der Insel Lunga an. Mit ihren bunten Schnäbeln und hübschen Augendekorationen sehen sie so aus, als kämen sie gerade frisch geschminkt aus dem Kosmetikstudio. Ihr tragisch-komischer Gesichtsausdruck und der drollige Gang lassen sie in der Beliebtheitsskala ganz nach oben wandern.

Da sich die Flossen der Riesenhaie bislang nicht blicken lassen, schlägt Shane vor, mit Robben zu schnorcheln. Ben erklärt uns, wie man sich am besten verhält um die Tiere neugierig zu machen und sie damit näher anzulocken.

Im Norden von Coll gibt es eine weitere Attraktion. Eilean Mòr besteht aus einem Labyrinth aus mehreren Inselchen mit herrlich weißen Sandstränden. Zwischen den Inseln gibt es Seegraswiesen, Kelp, Seesterne, kleine Nacktschnecken, Krabben und Quallen, die mit farbenfrohem Lichtspiel begeistern. Bei herrlichem Sonnenschein genießen wir hier eine sehr entspannte Schnorcheltour durch die Kanäle.

Nach Stunden auf dem Meer kommen wir täglich am späten Nachmittag zurück nach Arinagour. Die Insel und der kleine Ort sind ideal um komplett abzuschalten und zu entspannen. Hier, wo jeder jeden kennt, die Haustüren nicht abgeschlossen werden und es keine Polizei gibt, dafür aber mehr Schafe als Einwohner, geht es äußerst gelassen zu. Die Abendunterhaltung beschränkt sich auf eine Bar im einzigen Hotel und zwei Restaurants, wovon eines aber nur an drei Abenden der Woche öffnet. Dafür ist das kulinarische Angebot aber ausgesprochen gut und wir genießen fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte. Und auch der Whisky spielt eine wichtige Rolle im Leben der Schotten, auch wenn viele behaupten, gar keinen Whisky zu trinken. Das Wasser des Lebens müssen wir natürlich auch testen, schließlich ist es das schottische Nationalgetränk.

Und dann sehen wir ihn doch noch: ein Riesenhai wurde gesichtet und wir machen uns bereit, ins Wasser zu gleiten. Doch der stattliche Fisch scheint andere Pläne zu haben. Er bleibt nicht lang genug an der Oberfläche. Wir sehen zwar immer wieder seine beachtliche Rückenflosse, doch er taucht dann immer wieder schnell in tiefere Gewässer ab.

Und trotzdem sind sich alle einig: Nicht nur der Whisky hat bei dieser Schottlandreise seine berauschende Wirkung gezeigt. Ebenso betörend ist die explosive Mischung aus wilder Natur, grandiosen Landschaften, Tierbegegnungen, und selbst der schnelle Wechsel von Sonne, Wind und Wolken sorgen für eine tolle Zeit und lässt uns die Kräfte der Natur täglich spüren.

Ein dicker Dank geht an die gesamte Belegschaft von Basking Shark Scotland und an die dynamischen Teilnehmer unserer Sondereise. Es hat viel Spaß mit Euch gemacht!!!

Kirsten & Beo
August 2023

Isle of Skye

 

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